01.09.2018

Ausbildungstörn:
IW JUNIOR gGmbH

Ziel: Ökonomische und finanzielle Bildung fördern

Dreifachjubiläum bei der IW JUNIOR: Seit 25 Jahren laufen die JUNIOR-Schülerfirmenprogramme, in denen Jugendliche wirtschaftliches Handeln erlernen und erleben. Seit 15 Jahren kooperiert das IW mit der Targobank im Programm Fit für die Wirtschaft, das Ehrenamtliche als Wirtschafts- und Finanztrainer in den Unterricht entsendet. Und seit September 2008 finden all diese Angebote zur ökonomischen Bildung von Schülern unter einem eigenen organisatorischen Dach statt: der IW JUNIOR gGmbH.

Die gemeinnützige GmbH ist eine Ausgründung aus dem IW-Wissenschaftsbereich. Die Entstehung der gGmbH sei zwar vor allem ein formales Erfordernis gewesen, erinnert sich Marion Hüchtermann, von Anfang an projektverantwortlich und Geschäftsführerin der Gesellschaft: „Wir sind in einer internationalen Organisation für ‚Entrepreneurship Education‘, die damals ihre Regeln so geändert hat, dass nur juristische Personen Mitglied bleiben konnten. Das waren wir als Projekt innerhalb eines Referats eines Instituts nicht.“

Die Gesellschaftsgründung hat aber auch das Wachstum der JUNIOR-Angebote gesichert: „Unser klarer Satzungsauftrag und dass wir nicht gewinnorientiert arbeiten, hilft uns, Türen bei Schulen und Partnern zu öffnen“, erklärt Hüchtermann. „Tatsächlich erhalten wir einige Finanzierungen nur, weil wir gemeinnützig sind.“ Seit dem Start haben gut 132.000 Jugendliche in mehr als 9.000 JUNIOR-Firmen mitgearbeitet. Mitte 2018 ist die Förderung dieses Kerns der gGmbH-Tätigkeiten vom Bundeswirtschaftsministerium bis Ende 2021 verlängert worden. 

„ Mit JUNIOR verbinde ich eine hochprofessionelle Organisation, die Jugendliche fördert und ermutigt – und mir viele spannende, lustige und lehrreiche Erfahrungen geschenkt hat.“ Karolin Trageser, Produktmanagement X-Klasse, Daimler AG. JUNIOR-Teilnehmerin 2001, Foto: Fotoatelier Ebinger

Zum Jubiläumsjahr erklären auf der JUNIOR-Webseite 25 Alumni aus 25 Jahren, was ihnen das Angebot für ihren Lebensweg gebracht hat (siehe Foto). Beim Bundeswettbewerb 2019, der die besten Schülerfirmen aus allen Bundesländern versammelt, wird Wirtschaftsminister Peter Altmaier erwartet, die Bundeskanzlerin wird eine Video-Grußbotschaft senden.

Den Kompass ausrichten

„Wir feiern unsere Erfolge“, sagt die Geschäftsführerin. „Aber wir stellen auch sicher, dass es gut weitergeht.“ Derzeit wird das Grundschulangebot „primo“ weiter ausgerollt, das Einsteigerprogramm „basic“ für weiterführende Schulen stärker beworben. Zugleich ist ein „Stresstest“ für alle JUNIOR-Programme angesagt, also werden Strukturen und Inhalte durchleuchtet. „Ergebnisoffen“, betont Hüchtermann. „Am Ende können weniger Angebote, aber genauso gut ein neues stehen. Wir wollen uns gut aufstellen für die nächsten 25 Jahre.“

Verändern dürfte sich auch der Jubilar „Fit für die Wirtschaft“. Bislang haben die Ehrenamtlichen knapp 60.000 Schülern Praxiswissen über Wirtschaft und Finanzen vermittelt. Da dieses Programm bestens ankommt, entwickelt die IW JUNIOR derzeit frische Ideen für den Ausbau der Projekte zur finanziellen Bildung. „Wir intensivieren die Gespräche mit Firmenpartnern“, sagt Hüchtermann: „Wir müssen über die Erweiterung des Geschäftsmodells nachdenken. Unternehmen geben ihren Beschäftigten ja zunehmend Möglichkeiten, sich gesellschaftlich zu engagieren. Und da sehen wir Chancen.“

Zweck der IW JUNIOR gGmbH ist laut Satzung „die Förderung von Bildung und Erziehung von Jugendlichen auf den Gebieten Wirtschaft, Arbeit, Technik und Gesellschaft sowie das Heranführen junger Menschen an Abläufe und Zusammen – hänge der Wirtschafts- und Arbeitswelt einschließlich deren Berufsorientierung“.

Verwirklicht wird dieser Zweck „insbesondere dadurch, dass

  • die Gesellschaft Schülerfirmenprogramme und zeitlich befristete Unternehmensprojekte durch Schülerinnen und Schüler organisiert und betreut, 
  • Informationsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer durchführt sowie
  • sonstige Bildungsmaßnahmen zur Förderung unternehmerischer Aktivität und Verantwortung für junge Menschen organisiert“.

 

Koordinaten
Zwischen 55°03′33″N 08°24′44″E (Sylt) und
47°16′15″N 10°10′46″E (Oberstdorf),
zwischen 51°03′09″N 05°52′01″E (Isenbruch)
und 51°16′22″N 15°02′37″E (Neißeaue)

 

Crew
Marion Hüchtermann & Dirk Werner,
Geschäftsführung IW JUNIOR gGmbH
21 Mitarbeiter


 

Schulschiffe

  • In der deutschen Handelsschifffahrt
    werden gesonderte Schulschiffe nur
    noch selten eingesetzt. Die Bremer
    Reederei Harren & Partner allerdings
    stellte 2006 die „Hanse Explorer“
    in Dienst. An Bord haben zwölf
    angehende Seeleute Platz. Auch für
    Luxuskreuzfahrten wird das Schiff
    genutzt.
  • Binnenschiffer, Hafenlogistiker und
    Wasserbauer können auf dem Schulschiff
    „Rhein“ Aus- und Fortbildungen absolvieren.
    Es liegt im Stadthafen von Duisburg-Homberg.
  • Im Mannheimer Mühlauhafen ankert die „Regina Rheni“ oder Mobile Übungsanlage Binnengewässer. Feuerwehrleute trainieren hier Einsätze zum Beispiel gegen Gefahrgutbrände an Bord.
  • Den aktuellen Stand in Sachen „Gorch Fock“ entnehmen Sie der Tagespresse.