30.01.2019

Wissensfangflotte:
Das IW bei der OECD und anderswo

Ziel: Vernetzung

Vernetzen, um etwas einzufangen: Was Fischer tun, um Kabeljau und Scholle aus dem Wasser in den Nahrungskreislauf zu befördern, tut die IW-Wissenschaft, um Faktenaustausch und Kooperationen zu fördern. „Wir verzahnen uns systematisch mit anderen Playern, ob national oder international“, sagt der Geschäftsführer Wissenschaft Hans-Peter Klös, „mit Menschen, die Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit bieten.“

In den vergangenen Jahren haben die Wissenschaftler ihre Netze immer häufiger und immer weiter ausgeworfen, nicht zuletzt unterstützt durch die Eröffnung des Büros Brüssel. „Dort finden wir Bühnen für unsere Themen“, sagt Klös. Seit der Eröffnung sind Anzahl und Anteil der englischsprachigen Publikationen deutlich gestiegen: von 41 (oder gut 12 Prozent) 2015 auf 92 (20 Prozent) im Jahr 2018. Nahezu wöchentlich reisen Wissenschaftler nach Brüssel, zu Veranstaltungen, Expertengesprächen oder anderen Meetings.

Zusammenarbeiten, voneinander lernen

Das IW vernetzt sich sowohl institutionell als auch themenspezifisch. So besuchten Klös und Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur, Ende Januar 2019 die OECD-Zentrale in Paris. Grömling trug dort zum Thema „Inklusives Wachstum“ vor, also zur Frage, inwiefern Wachstum und Verteilung aufeinander bezogen sein sollten. „Wir haben uns durchaus kritisch mit der OECD auseinandergesetzt“, erinnert sich Klös. „Aber, dass man sich für Vortrag und Diskussion mehr als drei Stunden Zeit genommen hat, zeigt uns, dass wir in solchen Organisationen anerkannt sind.“

Um Konjunktur drehte sich auch das Treffen mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich Anfang Februar 2019, das der Geschäftsführer Wissenschaft Hubertus Bardt exemplarisch beschreibt: „Bei solchen Terminen prüfen wir immer: Wo haben wir inhaltliche Gemeinsamkeiten? Wo können wir zusammenarbeiten, gemeinsam in Ausschreibungen gehen, methodisch oder über ein Land etwas lernen?“ Multilateral geschieht das im Netzwerk ETTE, dem Economic Think Tank Exchange mit Teilnehmern aus acht EU-Ländern von Bulgarien bis Finnland. Zwei Mal fand der „Exchange“ 2018 statt, diskutiert wurde über Digitalisierung und Produktivität. „Wir waren der Initiator und sind diejenigen, die das Netzwerk zusammenhalten“, betont Bardt.

Bis in die 1980er Jahre zurück reicht die Tradition des Dreiländertreffens zwischen dem IW sowie den Wirtschaftsforschern der österreichischen Industriellenvereinigung und von Avenir Suisse aus der Schweiz: 2018 traf man sich in Zürich. Auch zum Fujitsu Research Institute nach Japan, zu EcoAustria nach Österreich und in die USA gibt es zahlreiche Kontakte: Mit dem Center for American Progress fand Mitte März ein Kennenlerngespräch statt, im Conference Board, einem Zusammenschluss amerikanischer Unternehmen und Forschungsinstitute, ist das IW ebenso aktiv wie gemeinsam mitdem American Center for Contemporary German Studies der Johns Hopkins Universität.

Anschlussfähig auch zur Technikseite

„Wir stecken immer mehr Fähnchen auf die Weltkarte“, fasst Klös zusammen. Mit Blick auf Deutschland sagt er: „Wir rücken näher an andere Institute heran, sind stärker unterwegs in der Erarbeitung und Präsentation von Dingen.“ Gesucht wird der Wissensaustausch, etwa beim dritten Institutskolloquium, das am 19.11. mit dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut sowie dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stattfand und sich mit Löhnen und Lohnstrukturen befasste. Mit dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung tagte das IW im Januar 2019 zur „Exhausted Globalization“.

Gewollt sind aber auch Kooperationen für gemeinsame Projekte. Hier erweitert das Institut sein Spektrum jenseits der Wirtschaftswissenschaften: „Wir suchen zunehmend Partner von der Technikseite“, erläutert Klös, „zum Beispiel bei den Fraunhofer-Instituten, die Know-how zur Digitalisierung haben.“

 

Koordinaten
div.

 

Crew
IW-Direktion
IW-Geschäftsführung
IW-Wissenschaftler


Kno|ten, die
Knoten sind aus der Schifffahrt
nicht wegzudenken. Ohne sie wird
kein Schiff am Kai vertäut, an
Bord halten sie nicht nur die
Segel fest, Fischern dienen
sie zur buchstäblichen „Vernetzung“.
Das Knoten-Standardwerk des
Seemannes Clifford Ashley aus
dem Jahr 1944 zählt mehr als
2.000 verschiedene Modelle auf
über 600 Seiten – Ashley hatte
elf Jahre daran gearbeitet. Auch
die Fahrgeschwindigkeit von Schiffen
bemisst der Kapitän in Knoten:
Schon im 17. Jahrhundert warfen
Seeleute einen Holzscheit in das
Wasser, an dem eine Leine mit
gleichmäßig verteilten Knoten
befestigt war. Die Seeleute
zählten, wie viele Knoten ihnen
innerhalb von 14 Sekunden durch
die Hand glitten – entsprechend
schnell fuhr das Schiff. Nur
wenige Schiffe können große
Geschwindigkeiten erreichen.
Dazu müssen sie besonders gebaut
sein, so wie Katamarane: Sie
erreichen eine Geschwindigkeit
von mehr als 30 Knoten,
umgerechnet etwa 56 Kilometer
pro Stunde.

Der Kreuzknoten
dient zum Zusammenstecken
zweier gleichstarker Leinen.

Der Achtenknoten
am Tampen eines Endes verhindert
das Ausrauschen aus Ösen oder
Blöcken. Er dient z. B. zum Sichern
der Schoten.

Der Schotstek 
dient dem Verbinden zweier
ungleich starker Leinen. Er hält
bei glatten Leinen besser als
der Kreuzknoten.