01.05.2018

Dienstfahrten: Kompetenzfeld Arbeitsmarkt und Arbeitswelt

Ziel: Arbeitsbedingungen analysieren

Das Arbeitsleben auf See war früher geprägt von harter körperlicher Arbeit und anstrengenden Nachtwachen, aber auch vom Zusammenhalt der Crew. Allerdings haben sich in den vergangenen Jahren Tätigkeitsprofile rasant gewandelt, nicht nur auf und unter Deck: Die Digitalisierung ist längst auf die Brücke vorgedrungen, technische Ausstattung mit GPS ist selbstverständlich. Und Vokabeln wie Arbeitswelt 4.0 oder Work-Life-Balance beschäftigen Reedereien und Werften genauso wie die meisten anderen Unternehmen. Im IW widmet sich Oliver Stettes zusammen mit seinem Team diesem Themenkomplex: Er ist Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt. Zum Tag der Arbeit ein Rückblick auf wichtige Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres:

Start: 4. Mai 2018
Ziel: Jade Hochschule, Wilhelmshaven
Koordinaten: 53°32′55.3″N 8°05′17.1″E

Frauen verdienen rund ein Fünftel weniger als Männer, das schreiben viele Medien immer wieder. Grund genug, das Thema wissenschaftlich aufzubereiten: Unter dem Titel „Der Gender Pay Gap – auf den Vergleich kommt es an“, hielt IW-Ökonom Jörg Schmidt einen Vortrag an der Hochschule Wilhelmshaven und diskutierte mit den Studierenden, wie die Lohnunterschiede zustande kommen und warum zwischen unbereinigter und bereinigter Lohnlücke unterschieden werden muss.

Start: 18. Mai 2018
Ziel: FDP-Bundestagsfraktion Berlin
Koordinaten: 52°31′07.6″N 13°22′34.3″E

Der deutsche Arbeitsmarkt boomt, es gibt so wenig Arbeitslose wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Mit einigen Ausnahmen: Wer länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung ist, findet nach wie vor nur schwer einen neuen Job. Und das, obwohl die Anzahl der Langzeitarbeitslosen in den vergangenen Jahren durchaus gesunken ist. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer war zu Gast bei der FDP-Bundestagsfraktion, um das Problemfeld zu analysieren. Sein Lösungsansatz: eine bessere Betreuung in den Jobcentern.

Start: 7. Juni 2018
Ziel: INDUSTRY.Forward Summit 2018
Koordinaten: 52°31′18.6″N 13°24′22.2″E

Ausgetretene Pfade sind schwer zu verlassen. Genau daran müssen Unternehmen aber dringend arbeiten, wenn sie die Digitalisierung bewältigen wollen, wenn sie ihre Arbeitswelt modern gestalten und ihren Mitarbeitern etwas bieten wollen. Damit das funktioniert, müssen Mitarbeiter den Takt vorgeben. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, hat IW-Ökonomin Andrea Hammermann auf der Berliner Industriekonferenz INDUSTRY.Forward Summit erklärt.

Foto: Daniel Fürg

Start: 19. Juni 2018
Ziel: Projektauftakt familyNet 4.0, Esslingen
Koordinaten: 48°44′34.1″N 9°17′46.8″E

Flexibles, modernes Arbeiten bedeutet: Theoretisch kann fast jeder Mitarbeiter jederzeit und überall den Laptop aufklappen und arbeiten, ob auf dem heimischen Sofa, im Zug oder im Lieblingscafé. Deshalb preisen viele Mitarbeiter und Unternehmen mobiles Arbeiten als neue Lösung für alte Probleme: Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Co. sollen helfen, Familie und Beruf besser miteinander zu verbinden. Die Herausforderung: Je mehr sich Arbeit und Freizeit vermischen, desto mehr Konflikte entstehen. Oliver Stettes hat sich dem Thema in einer Keynote angenommen, die er zum Auftakt des Projekts familyNet 4.0 gehalten hat. Ziel der Initiative ist es, Unternehmen die Chancen der Digitalisierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf näher zu bringen. Projektförderer ist das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg.

Start: 13. Juli 2018
Ziel: Liberalismuskonferenz, Gummersbach
Koordinaten: 51°00′19.3″N 7°34′06.7″E

Der Arbeitsmarkt ändert sich, die Belegschaften in den Betrieben werden älter und bunter. Bunt bedeutet: Es gibt eine Mischung von Männern und Frauen, mehreren Generationen, Ausländern und Deutschen, Menschen mit und ohne Behinderung. Viele Unter nehmen fördern solche bunten Belegschaften unter dem Stichwort Diversity. Der Schwerpunkt der Liberalismuskonferenz lag auf den Frauen, auf ihrer Bildungsexpansion, ihrer steigenden Erwerbsneigung und ihrer Bedeutung für die Wirtschaft. Was die Politik tun kann, damit die Wirtschaft von dem Fachkräftepotenzial der Frauen profitieren kann, erklärte IW-Expertin Christiane Flüter-Hoffmann auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach.

Start: 13. November 2018
Ziel: Kultur der Vielfalt – Vielfalt der Kultur, Berlin
Koordinaten: 52°31′13.1″N 13°22′09.3″E

Die Bundesregierung arbeitet an einem Nationalen Aktions plan Integration, der Vielfalt und Zusammenhalt in allen Gesellschaftsbereichen fördern soll – auch in Kultureinrichtungen. Bei der Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt hielt Andrea Hammermann einen Impulsvortrag und berichtete aus ihrer Forschung darüber, wie Unternehmen von kultureller Vielfalt ihrer Belegschaften profitieren. Ihre Beobachtung vom Event: „Viele Betriebe sind beim Diversity Management schon weiter. Einmal, weil kulturelle Vielfalt für sie seit Jahrzehnten internationaler Wirtschaftsbeziehungen ein Thema ist, zum anderen, weil schon das gemeinsame Ziel des ökonomischen Handelns Belegschaften zusammen schweißt. Kultureinrichtungen sind als Arbeitgeber für Beschäftigte mit ausländischen Wurzeln nicht immer naheliegend. Ihre Arbeitgeberattraktivität hängt zudem davon ab, wie sie mit Vielfalt in ihrem Programm umgehen und Kulturen integrieren, ohne Klischees zu bedienen.“

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Start: 26. November 2018
Ziel: Deutscher Bundestag, Berlin
Koordinaten: 52°31′07.6″N 13°22′34.3″E

Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen ist aufwendig und erfordert viel Bürokratie. Viel einfacher zu handhaben sind Minijobs, bei denen Mitarbeiter weniger als 450 Euro im Monat verdienen. In den vergangenen Jahren hat das Parlament mehrmals geprüft, ob und inwiefern diese Verdienstgrenze erhöht werden sollte. IW-Arbeitsmarktökonom Holger Schäfer hat sich für einen Gesetzentwurf der FDP als Sachverständiger im Ausschuss für Arbeit und Soziales mit der Frage beschäftigt, wann es Sinn macht, diese Grenze zu dynamisieren und seine Erkenntnisse in einer Stellungnahme veröffentlicht.

Start: 17. Dezember 2018
Ziel: Business-Talk bei 3M, Neuss
Koordinaten: 51°11′51.9″N 6°42′54.5″E

In Deutschland fehlen tausende Kitaplätze. Besonders in größeren Städten finden Eltern keinen Betreuungsplatz – und können dementsprechend nicht frühzeitig wieder in ihren Beruf zurückkehren. Zusammen mit NRW-Familienminister Joachim Stamp diskutierte IW-Expertin Christiane Flüter-Hoffmann beim Business-Talk im Neusser Unternehmen 3M, wie Firmen ihre Mitarbeiter heute schon unterstützen, Beruf und Familie zu vereinbaren und was die Politik bislang noch versäumt hat.

 

Koordinaten
50°56′44.6″N 6°57′47.6″E (IW)

 

Crew:
Oliver Stettes,
Leiter Kompetenzfeld Arbeitsmarkt und Arbeitswelt

Andrea Hammermann,
Senior Economist für Arbeitsbedingungen und Personalpolitik

Christiane Flüter-Hoffmann,
Senior Researcher für Personalpolitik

Holger Schäfer,
Senior Economist für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Jörg Schmidt,
Senior Economist für Arbeitsbedingungen, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

 

Arbeitswelt auf See – die Dienstgrade in einer typischen Containerschiffsbesatzung
Kapitän
Leitender Ingenieur
Erster Nautischer Offizier
Zweiter Technischer
Offizier / Ingenieur,
Elektrischer Ingenieur
Zweiter Nautischer
Offizier
Dritter Technischer
Offizier / Ingenieur
Dritter Nautischer Offizier
Schiffsbetriebsmeister /
Bootsmann
Schiffsmechaniker
Vollmatrose
Leichtmatrose
Schweißer, Öler, Wischer
Koch
Steward

Arbeitswelt auf See – die Dienstgrade der Deutschen Marine
Admiral
Vizeadmiral
Konteradmiral
Flottillenadmiral
Kapitän zur See
Fregattenkapitän
Korvettenkapitän
Stabskapitänleutnant
Kapitänleutnant
Oberleutnant zur See
Leutnant zur See
Oberfähnrich zur See
Oberstabsbootsmann
Stabsbootsmann
Hauptbootsmann
Oberbootsmann
Fähnrich zur See
Bootsmann
Obermaat
(Bootsmannanwärter)
Obermaat
Seekadett
Maat
Oberstabsgefreiter
Stabsgefreiter
Hauptgefreiter
Obergefreiter
(Offiziersanwärter)
Gefreiter
(Bootsmannanwärter)
Gefreiter (Maatanwärter)
Gefreiter
Matrose