Vortrag

Monologischer Redebeitrag, der der Übermittlung von Fakten und Meinungen dient. Höchst vielfältiges Format, was Absender, Inhalt, Struktur und Publikum angeht. Unter IW-Wissenschaftlern ist der Fachvortrag vor bestenfalls Experten, mindestens Interessierten oder schlimmstenfalls Vortragstouristen verbreitet, die primär für den Umtrunk gekommen sind. Je akribischer die Vorbereitung, desto sicherer ist die Faktenbasis des Vortrags. Didaktik und Rhetorik desselben sind ungleich schwieriger vorzubereiten. Sie können nur mühselig erlernt werden und sollten, so sie authentisch und überzeugend wirken sollen, idealerweise angeboren sein. Ebenso schwierig ist die Dynamik des Vortrags planbar, da diese maßgeblich vom Publikum abhängt. Dessen Dynamik korrespondiert mit der Brisanz des Themas und der Frage, ob der angebotene Sekt und/oder Wein schon zuvor eingenommen wurde. Dem Vortragenden dienen Vorträge neben der Wissensdiffusion der Selbstvergewisserung. Hierbei kommt es jedoch auf die Menschenkenntnis des Redners an, ob und wie er vor allem das Fehlen jeglicher Publikumsdynamik einzuschätzen weiß: als stillschweigende Übereinkunft mit seiner Brillanz, ratlose Konsternation ob seiner Ignoranz oder apathisches Durchhangeln bis zum Umtrunk. Ein guter Vortrag endet mit einer Öffnung des Monologs hin zum Dialog und versucht, eine etwaige vorhandene Publikumsdynamik im Sinne des Themas fruchtbar zu machen. Unerfahrene Vortragende bitten an dieser Stelle um Fragen, während Erfahrene wissen, dass sich mit einiger Wahrscheinlichkeit ein konkurrierender Vortrag eines Zuhörers (m/w) entspinnen wird.

 
 

Ver|trau|en
Wichtigstes Gefühl, das ein Vortragender beim Publikum auslösen sollte. Ist das Thema auch noch so egal, sollte man wenigstens denken, dass einer glaubwürdig davon spricht. Hängt auch von äußerst subjektiven Faktoren wie optischem Eindruck oder der Vorliebe für Partei- oder Institutszugehörigkeiten ab.

Ver|wei|se, his|to|ri|sche
Gutes Stilmittel, um rhetorisch zu brillieren und die großen Linien zu ziehen, wenn etwa Pippin der Jüngere im Jahre 753 sich ähnliche Fragen gestellt haben sollte. Inspirationen für möglichst tagesgenaue Parallelen finden sich auf Kalenderblättern.

Vor|bil|der
Sollte jeder Vortragende studiert haben oder zumindest für sich reklamieren. Gibt es für Wissenschaftler zum Beispiel bei den TED Talks.