Qualität

Wichtigstes Merkmal für Forschungsarbeit und -ergebnisse des IW. Ausschlaggebend für das Vertrauen der Gremien, für Wahrnehmung und Ansehen in Wirtschaft, Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft. Muss stetig gesichert werden.

 

 

Qualität durch Personen
„Wir haben uns im Wissenschaftsbereich personell deutlich verstärkt“, sagt Hans-Peter Klös, IW-Geschäftsführer Wissenschaft, „seit 2013 um netto mehr als zehn Stellen.“ Klös unterstreicht, wie zentral eine gute Personalauswahl für gute Ergebnisse ist: „Für uns ist das ein Qualitätstreiber. Bei jeder Verstärkung achten wir darauf, dass wir Talente holen, die auch neue Kenntnisse mitbringen, die den Stand der Dinge in der Ökonometrie beherrschen.“ Ein Beispiel für die Qualitätssicherung durch Neueinstellungen: Maximilian Stockhausen, seit 2017 im Kompetenzfeld Öffentliche Finanzen. „In ihm haben wir beim Thema Generationenanalyse jemanden gewonnen, der neue ökonometrische Techniken mitbringt“. Und auch bei erfahrenen IW-Mitarbeitern gab es Veränderungen: 2017 übernahm Judith Niehues die Leitung der Forschungsgruppe „Mikrodaten und Methodenentwicklung“, Henry Goecke rückte an die Spitze der neu geschaffenen Forschungsgruppe „Big-Data-Analytics“.

Qualität durch Methoden
Die Methodenkompetenz der Ökonomen ist entscheidend für die Marktposition des IW, denn durch den Stellenaufbau will es Alleinstellungsmerkmale im Wettbewerb der Institute schaffen. „Das IW betreibt keine Grundlagenforschung, sondern arbeitet anwendungsorientiert“, betont IW-Geschäftsführer Wissenschaft Hubertus Bardt. Deshalb baut er auf Mitarbeiter, die empirisch fit sind und die Qualifikationen mitbringen, neue Daten – und damit Themenfelder – zu erschließen oder mit bestehenden Daten neue Problemstellungen zu analysieren. So kann die Wissenschaft ihre Fragestellungen noch fundierter bearbeiten. „Vor allem eine noch bessere Politikfolgenabschätzung wollen wir leisten“, sagt Bardt.

Qualität durch Strukturen
Wie groß die Bedeutung von Daten und Methoden für die Qualitätssicherung ist, wird in Neuanschaffungen und Strukturen sichtbar: 2017 ist die Forschungsgruppe „Big-Data-Analytics“ entstanden, die bereits erste Projekterfolge feiert. „Bei diesem Thema wollen wir den anderen Instituten vorangehen“, sagt Klös. Der Qualität dient auch das 2017 etablierte interne Daten-Wiki: „Damit wollen wir die Datenschätze im Haus systematisieren, sie zentral pflegen – und sie überhaupt breiter bekannt machen, sodass mehr Wissenschaftler sie nutzen und die Erfahrungswerte wachsen.“ Schon seit einigen Jahren wird ein eigenes Mikrosimulationsmodell entwickelt; für die Makroebene nutzt das IW das 2015 angeschaffte Modell von Oxford Economics. Jedem Modell ist dabei ein „Modellmeister“ zugeordnet, der die Weiterentwicklung verantwortet und die Verbreitung in der IW-Wissenschaft vorantreibt.

 

Qualität durch Prozesse
Neben solchen förmlichen Strukturen setzt Bardt auch auf prozessuale Veränderungen, „ohne uns bürokratisch zu fesseln“. Zudem vertritt Bardt den Anspruch, „vorhandene Kompetenzen möglichst früh zu poolen“: Wenn an Schreibtisch A ein Kollege zum vielleicht ersten Mal mit einem Modell rechne, solle ein schon erfahrener Kollege B rechtzeitig darauf gucken können. „Bevor wir den Punkt erreichen, an dem ein Forschungsvorhaben in die Irre führt oder sich als nicht tragfähig erweist.“


Qua|li|fi|ka|ti|o|nen
Erfolgskritische Kompetenzen der Mitarbeiter. Müssen weitergegeben, gepflegt und kontinuierlich erweitert werden, um thematisch und methodisch auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Quan|ti|tät
Anzahl der Publikationen der IW-Wissenschaftler. Meist allein mehr als 250 interne Veröffentlichungen pro Jahr, externe Publikationen wie Presseartikel nicht eingerechnet.

Quel|len
Ursprung der Daten für die IW-Forschung. Das Institut genießt das Forschungsdatenprivileg, kann also auch auf die Mikrodaten zum Beispiel des Statistischen Bundesamtes zugreifen. Insgesamt listet das interne Wiki derzeit mehr als 50 zugängliche Datenbanken im Bereich der Mikrodaten auf. Hinzu kommen nach und nach auch Makrodaten, Big-Data-Quellen sowie eigene Daten, die im IW-Verbund etwa von der IW Consult durch Befragungen erhoben werden und der Wissenschaft eingeschränkt zur Verfügung stehen.