Sven Hartrampf, Markus Muszeika und Christina Terp (v.l.); Foto: Roth

JODA

Abkürzung für die JUNIOR-Online-Datenbank. Zentrales Verwaltungs- und Informationsinstrument aller JUNIOR-Schülerfirmen. Erleichtert die Prozesse für Schüler und Lehrer und hilft den JUNIOR-Mitarbeitern, das Wachstum des Programms zu bewältigen. Nicht sie verwechseln mit Yoda man darf.

Der neue Mitarbeiter hat vieles einfacher gemacht. Auf ihn haben seine Kollegen von der IW JUNIOR nach und nach immer mehr Routineaufgaben ausgelagert, um sich um Themen wie Wachstum und neue Angebote des IW JUNIOR-Schülerfirmenprogramms zu kümmern. Und das Beste: Kollege JODA ist sehr belastbar, ohne aufzumucken oder auch nur Ansprüche zu stellen. Schließlich ist JODA die JUNIOR-Online-Datenbank. „Wir haben ihn wie ein Teammitglied aufgenommen“, sagt Sven Hartrampf, Senior Projektmanager bei der IW JUNIOR und Datenbankbetreuer. Gemeinsam mit Markus Muszeika verantwortet er die Weiterentwicklung von JODA und schildert, wofür genau der digitale Kollege im Arbeitsalltag unentbehrlich (geworden) ist:

Dokumentation
„JUNIOR hat angefangen mit Word-Anmeldedokumenten, die die Schüler handschriftlich ausgefüllt und eingesandt haben“, erzählt Hartrampf. Die JUNIOR-Mitarbeiter
haben die persönlichen Daten in eine interne Datenbank abgetippt. Stufe zwei waren Excel-Dateien, die die teilnehmenden Lehrer ausfüllten. Hieraus konnten die Kollegen immerhin schon per Copy & Paste Angaben übertragen. „Aber 2010 haben wir festgestellt: Wenn wir weiter wachsen wollen, müssen wir uns digitaler aufstellen“, sagt Hartrampf. Die Teilnehmerzahlen waren stetig gestiegen, der Dokumentationsaufwand für die Mitarbeiter auch. Die Lösung: JODA, eine Inter- statt Intranet-Datenbank, in der Lehrer und Schüler selbst Angaben wie persönliche Details, Geschäftsidee und Name ihrer Schülerfirma eintragen können. „Wir haben das outgesourct und Freiräume geschaffen, uns um andere Dinge zu kümmern“, erklärt Hartrampf.

Wachstum
Wichtigster Effekt von JODA: „Wir konnten unser Wachstum pushen“, sagt Muszeika. War JUNIOR im Schuljahr 1994/95 in einem Bundesland mit hundert Schülern in fünf Unternehmen gestartet, waren es im Schuljahr 2016/17 mehr als 10.000 Schüler in 753 Unternehmen in allen 16 Bundesländern. „Ohne die Datenbank könnten wir das nicht bewältigen“, sagt Muszeika. „Am Anfang hat jeder Mitarbeiter 30 Teilnehmer betreut. Jetzt sind es jeweils 75 Unternehmen mit mehr als 1.000 Teilnehmern – bei gleicher Betreuerzahl.“

Strukturierung
Dem Aufbau von JODA lag ein detailliertes Lastenheft zugrunde, was die Datenbank würde leisten müssen. Das hat dem JUNIOR-Team geholfen, den Lebenszyklus jeder Schülerfirma von Ideenfindung über Marktreife bis zur Abwicklung noch einmal zu durchdenken. Wenn eine Schülerfirma A tut, welches B, C und D kann folgen? Was heißt das für die Inhalte und Funktionen der Datenbank? Und wie verändern sich dadurch auch die Offline-Prozesse im Team? „Wir haben uns dadurch besser strukturiert“, sagt Muszeika. Ein Ertrag war, dass das Qualitätsmanagement der IW JUNIOR seit 2015 zertifiziert ist – wiederum ein gutes Argument, wenn die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte gGmbH weitere Unterstützer anspricht. JODA-intern sind nun Prozesse wie Unternehmensgründung, Buchführung und Firmenauflösung besser strukturiert. „Das macht es für alle Schüler transparenter, an welchem Punkt im Prozess ihre Firma steht, wie es ihr finanziell geht und
was die nächsten Schritte sind“, sagt Muszeika.

Information
Jüngste Entwicklung in JODA ist das überarbeitete Handbuch für JUNIOR-Firmen, das seit dem Schuljahr 2017/18 online ist. „Vorher war das eine PDF mit 90 Seiten“, erklärt die zuständige Projektmanagerin Christina Terp. „Daraus haben wir eine schülerfreundliche Online-Hilfe gemacht.“ Über JODA können die Schüler entlang der Firmenphasen und häufiger Fragen durch das Handbuch navigieren, wiederkehrende Symbole für die Rollen wie Finanzchef machen deutlich, für wen welche Infos besonders relevant sind. Terp und ihre Kollegen haben die Ansprache in den Texten aufs Du verändert, umgeschrieben und entschlackt: „Wir müssen immer darauf schauen, wie Schüler mit Informationen umgehen“, sagt sie. „Aber wir sind erst dabei, Infos für alle Schüler zugänglich zu machen, nicht nur für die, die gerne lesen. Dazu kämen zum Beispiel Podcasts und Videos infrage.“

Kommunikation
Solche und andere Entwicklungen bestimmen den Kurs der IW JUNIOR, ein Leitthema dabei: Digitalisierung. „Wir wollen Ideen entwickeln, wie wir JODA im Bereich
Kommunikation ausbauen könnten“, sagt Muszeika. „Wir merken ja, wie sich das Kommunikationsverhalten der Schüler ändert“, ergänzt Terp. Mit dem digitalen Tempo ihrer Zielgruppe muss die IW JUNIOR mithalten und ist deshalb inzwischen auch bei Twitter und Instagram präsent. „Wir arbeiten halt mit Schülern zusammen“, sagt Hartrampf. „Da müssen wir uns immer wieder neu erfinden, um den Trends hinterherzukommen, die für sie selbstverständlich sind.“

Job|vor|be|rei|tung
Eines der Ziele der ⇒ JUNIOR-Programme. Laut einer Evaluation aus dem Schuljahr 2016/17 hat rund die Hälfte der JUNIOR-Teilnehmer anschließend einen klareren Berufswunsch, drei Viertel können sich vorstellen, in einer der Abteilungen eines Unternehmens zu arbeiten, die sie in der JUNIOR-Firma kennengelernt haben.

Ju|gend|li|che
Zielgruppe der ⇒ JUNIOR-Programme. Seit der Gründung zum Schuljahr 1994/95 haben mehr als 110.000 Schüler an Realschulen und Gymnasien in einer JUNIOR-Firma mitgemacht. 2016/17 waren es erstmals mehr als 10.000 Jugendliche in einem Schuljahr.

JU|NI|OR gGmbH
IW-Tochter, die neben den ⇒ JUNIOR-Programmen auch das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT und FIT für die Wirtschaft betreut. In Ersterem arbeiten Unternehmen und Schulen projektbezogen für die bestmögliche Berufsvorbereitung Jugendlicher zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben im Netzwerk rund 5.000 Veranstaltungen stattgefunden, mit denen 300.000 Teilnehmer aus Schule und Wirtschaft erreicht wurden. FIT für die Wirtschaft ist ein Wirtschaftstraining für Schüler der 8. und 9. Klassen, bei dem Ehrenamtliche der Targobank praxisnahes Wirtschafts- und Finanzwissen vermitteln. 2017 haben rund 80 Wirtschaftstrainer
mehr als 1.000 Schüler in das ABC der Finanzwelt eingeweiht.

JU|NI|OR-Pro|gram|m
Programme der IW ⇒ JUNIOR gGmbH, die Wirtschaftswissen in die Schulen tragen. Das Grundschulprogramm Primo ist spielerisch angelegt, während die Programme JUNIOR basic, advanced und expert auf Schülerfirmen basieren, die ⇒ Jugendliche über einen festen Zeitraum hinweg gründen, betreiben und schließlich abwickeln. Diese Programme unterscheiden sich nach Schulform und Klassenstufe.